Empfohlene Produkte




Neuheiten bei Apothekenbote.at

Iod

6. Januar 2008

Jod ist in der Nahrung, insbesondere in rohen Meeresfischen und Meeresfrüchten, in Gemüse (bei jodreichen Böden) und in Milch und Milchprodukten – Käse und Joghurt – enthalten. Hohe Mengen (4.000 – 2.000 mcg/kg) haben Schellfisch, Seelachs, Scholle, etwas weniger (1.200 – 500 mcg/kg) ist in Kabeljau, Goldbarsch und Thunfisch. Gemüse enthält ca. 200 mcg (Spinat) oder weniger (anderes Grüngemüse und Zwiebeln). Auch in Eigelb, Bananen und Mangos kommt Jod in geringen Mengen vor.


Oftmals ist das Jodid als lösliches Salz bereits aus unseren Böden ausgewaschen. Das sind die Gegenden, in der viele Leute wegen Jodmangels einen Kropf haben. Deshalb wird dem industriell hergestellten Würzsalz Jodid als Jodträger zugesetzt. Gewonnen wird Jod aus Meeresalgen, dem Seetang, die viel Jod anreichern, oder aus Chilesalpeter. Es empfiehlt sich zum Würzen auch Meersalz wegen seines Jodgehaltes. Jod ist in der Nahrung als Salz (Jodid) oder organisch gebunden enthalten und wird im Dünndarm aufgenommen. Über das Blut erreicht es rasch die Schilddrüse, wo es in die Thyrozyten eingelagert und so angereichert wird. Von da wird es zum stufenweisen Aufbau der Schilddrüsen-Hormone abgegeben.
Der erwachsene Mensch braucht ca. 200 mcg, Kinder rund 100 bis 180 mcg Jod täglich, um den Verbrauch auszugleichen. Die erfolgte Speicherung von Jod deckt ungefähr sechs Monate den Bedarf der Schilddrüse. Auf jodhältige Nahrung ist vor allem zu achten, wenn kein (industriell) jodiertes Salz verwendet wird oder Meeresfisch und Meeresfrüchte nicht Bestandteil der Nahrung sind. Kinder im Wachstum (ab 13 Jahren) benötigen mehr Jod – ebenso wie Schwangere und Stillende (ca. 230 – 260 mcg).

Aufgaben und Mangelerscheinungen
Jod ist als zentraler Teil der Schilddrüsenhormone ein essenzielles Spurenelement. Diese steuern wichtige Funktionen des Menschen wie die Entwicklung insgesamt, insbesondere Wachstum, Grundumsatz und Wärmeregulation. Jod hat auch seine Bedeutung bei vielen Stoffwechselreaktionen wie in der Fettverbrennung und als Energieträger in der Nahrungsverwertung. Es wirkt auch im Cholesterinstoffwechsel.
Jod ist wichtig für die geistige Entwicklung und fördert die geistige Frische. Es hat seinen Platz bei Wachstum und Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln aber auch Zähnen.
Jod hat eine enge Wechselbeziehung zu den Spurenelementen Selen, Kupfer, Zink und Mangan. Fehlt Jod, so wirkt das hemmend auf den Stoffwechsel dieser Spurenelemente und umgekehrt.
Jod wurde und wird zur Wunddesinfektion angewendet. Es ist umfassend keimtötend und wirkt gegen Bakterien, Viren, Pilze und Sporen (bakterizid, viruzid, fungizid und sporozid). Heute wird nur mehr selten eine alkoholische Lösung, die berühmt-berüchtigte »Jodtinktur«, verwendet, die auf der Wunde brennt. Heute wird Jod elementar in polymeren Systemen aufgenommen (»gelöst«) und aus Lösungen oder Gelen beim Aufbringen zur Desinfektion der Wundstelle freigesetzt.

Jodmangel führt zur Erkrankung namens Hypothyreose, die sich auch in einem Anwachsen der Schilddrüse (Kropf) zeigt. Dies ist ein Kompensationsversuch des Körpers, in dem er die Speichergewebe in der Schilddrüse vergrößert, was zu Atembeschwerden führen kann. Eine weitere Folge eines Jod-Mangels ist ein Zurückbleiben in der körperlichen und geistigen Entwicklung (Kretinismus, Jodmangel der Schwangeren).
Jodmangel bei Heranwachsenden und Erwachsenen führt zum Myxödem, das sich in Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit und psychischen Veränderungen (Antriebsarmut und Stumpfheit) zeigt. Auch Haarausfall und ödematöse Haut können die Folge sein.
Bei Jodüberschuss mit einer überschießenden Hormonproduktion der Schilddrüse entsteht die Basedow`sche Erkrankung . Diese zeigt sich in Tachykardie (Herzrasen), Unruhe und Abmagerung trotz Heißhunger sowie Hervortreten der Augäpfel.
Sollten derartige Symptome auftreten ist jedenfalls der Arzt zu konsultieren. Bei normaler Ernährung werden aber keine Mangel- oder Überschusserkrankungen auftreten. Der Speichervorrat eines gesund Ernährten reicht für ca. 6 Monate, Schwangere sollten teilweise Speisen mit höherem Jodgehalt vorziehen.
Bei jodhältigen Medikamenten (Thyroxine) sollte Vorsicht walten, weil es zu gesundheitlichen Folgen (auch ohne Vergiftungsdosis) kommen kann. Sie sollten nur auf ärztliche Verschreibung und nur in der ermittelten Dosis eingenommen werden.
Bei Fragen zu Jod und Schilddrüsenstörungen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie sich selbst »therapieren«. Eventuell zeigen Sie Ihrem Apotheker alle verschriebenen Medikamente, damit er allfällige Wechselwirkungen für Sie abklären kann.




Keine aktuellen Kommentare

Sie können den ersten Kommentar schreiben. Worauf warten Sie!

Schreiben Sie einen Kommentar zum Artikel







(x) Pflichtfeld. Gravatare werden angezeigt.
Kommentare unangemessenen Inhalts werden moderiert.
XHTML: Sie können diese sog. Tags zur Formatierung verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>