Profertil – Können Mikronährstoffe die Spermiogenese positiv beeinflussen?

11. März 2008

„Male Factor“ bei unerfülltem Kinderwunsch

M. Imhof, Ch. Matthai, J. C. Huber

 

Klinische Abteilung für Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung,, Universitätsklinik für Frauenheilkunde,Wien


Für die wesentlichen Entwicklungsschritte der Samenzellreifung benötigt der Körper definierte Aminosäuren, Spurenelemente, Vitamine und vitaminähnliche Substanzen. Eine Pilotstudie am Wiener AKH untersuchte vor diesem Hintergrund eine neue Option zur therapeutischen Einflussnahme auf die Spermienqualität bei unerfülltem Kinderwunsch.


Samenqualität dramatisch reduziert


Neben dem männlichen Alter können diverse Faktoren auf die Qualität des Samens negativen Einfluss nehmen. Dazu gehören Stress, Alkohol und Nikotin ebenso wie der Einfluss einer ansteigenden Umweltöstrogenbelastung. Einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ nach scheint sogar eine erhöhte.Ozonbelastung die Samenqualität negativ zu verändern. Die Summe dieser Einflüsse bewirkt offensichtlich, dass die Mehrzahl wissenschaftlicher Arbeiten zu diesem Thema in den Industrieländern bereits von einem dramatischen Rückgang der Samenqualität berichtet. Nur duch großen medizinischen Aufwand kompensierbar: Therapeutische Möglichkeiten sind zwar bei gravierenden hormonellen Störungen, einer Varikozele oder schwerwiegenden Infektionen gegeben, in der überwiegenden Mehrzahl der Patienten kann letztendlich aber dadurch keine ausreichende Verbesserung der Spermienqualität erzielt werden. Zumeist wird mittels fertilitätsmedizinischer Techniken (Insemination, In-vitro-Fertilisation oder auch der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion) die eingeschränkte Samenqualität kompensiert.

 

Wiener Studie mit Substanz-Kombination

Viele einzelne, für die Samenzellreifung wichtige Substanzen wurden bereits mehrfach wissenschaftlich untersucht (z. B. L-Carnitin, L-Arginin, Coenzym Q10 etc.) und deren Wirksamkeit oft doppelblind und plazebokontrolliert untersucht. In einer Pilotstudie am Wiener AKH wurde eine Kombination dieser Mikronährstoffe bei Patienten mit eingeschränktem Spermiogramm und zumindest 2-jährigem unerfüllten Kinderwunsch getestet. Ziel war vor allem herauszufinden, inwieweit eine kombinierte Verabreichung einen Vorteil gegenüber der Verabreichung von Einzelsubstanzen erbringt. Das Präparat Profertil® (LENUS PHARMA GmbH Wien) wird als bilanzierte Diät verabreicht und enthält L-Carnitin, L-Arginin, Vitamin E, Coenzym Q10, Zink, Folsäure, Selen und Glutathion.

Studienergebnis

Studiensetting: Die Studie haben bisher 31 Männer, im durchschnittlichen Alter von 36,8 Jahren, mit langjährigem Kinderwunsch und mindestens 2 pathologischen Spermiogrammen abgeschlossen. Patienten mit einer Azoospermie, einer Varikozele und/oder einer floriden Infektion des Urogenitaltraktes wurden exludiert. Die Probanden nahmen vom Kombinationspräparat über insgesamt 3 Monate täglich 2 Kapseln ein. Nach Ablauf der 3 Monate wurde neben einem Fragebogen ein Kontrollspermiogramm zur Überprüfung der Wirksamkeit des Präparats durchgeführt.


Deutlich verbesserte Qualitätsparameter in der Auswertung: Die Auswertung ergab eine Zunahme der Spermatozoendichte von 31 Mio./ml auf 52 Mio./ml (69,1 %), das entspricht einer durchschnittlichen Zunahme von 18,1 Mio. pro Milliliter. Die Prozentzahl der progressiv beweglichen Samenzellen stieg durchschnittlich von 8,6 % auf 18,17 % (+111,3 %). Die Gesamtmotilität nahm kumulativ von 33,85 % auf 48,13 % zu. Die Anzahl der normal geformten Spermatozyten konnte von 33,21 % auf 39,79 % gesteigert werden und das Ejakulationsvolumen nahm von durchschnittlich 2,93 ml auf 3,55 ml (+21,2 %) zu.


Kombiniert besser als einzeln? Bei der Zwischenauswertung hatten 9 von 31 Patienten wieder normale Spermiogrammbefunde und es sind bisher 6 Schwanger-schaften eingetreten. Diese Ergebnisse erhärten die Annahme, dass eine kombinierte Verabreichung der wissenschaftlich belegten Einzelsubstanzen eine klare Verbesserung der Samenqualität bewirkt, und lassen die Annahme zu, dass deren kombinierte Verabreichung effektiver ist als deren isolierter Einsatz.


RESÜMEE

Diese Ergebnisse eröffnen eine neue therapeutische Perspektive der Behandlung des „Male Factors“. Eine verbesserte Qualität des Spermiogramms verringert den medizinischen Aufwand einer Kinderwunschbehandlung bzw. könnte im Idealfall ermöglichen, ganz darauf zu verzichten. Im Hinblick auf die signifikanten, erfreulichen Ergebnisse der Pilotstudie wird diese ausgeweitet und zur Untermauerung der Daten eine randomisierte, doppelblinde und plazebokontrollierte Studie geplant.


Quelle: Gyn Aktiv 2/2006

Profertil Kapseln bei Apothekenbote.at
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