Die virtuelle Sichtwahl: Zeigen und wischen

Der Trend schlechthin, der bei den heurigen Apothekenmessen gezeigt wurde, ist die sogenannte virtuelle Sichtwahl. Zuerst bei der Austropharm noch von ein paar Apothekern bestaunt, dann bei der Expopharm bereits umringt und an mehreren Ständen zu bestaunen. Einer der ersten Anbieter dieser neuen Apothekentechnologie war view’n’vision von Dirk Götze, der sich vor Kurzem mit Carefusion ROWA zusammengetan hat, um die Märkte, zuerst Deutschland, aber auch Österreich und Frankreich, zu erobern. Auf der IDA (Innovations-Akademie deutscher Apotheken) wurde vor Kurzem auch eine Vmotion virtuelle Sichtwahl installiert – aber was genau steckt dahinter?

Im ersten Augenblick habe ich mir gedacht: So ein Blödsinn, wenn ich die Packungen schon im   Geschäft habe, stelle ich sie doch gleich hin, warum soll ich nur Bilder anzeigen? Aber dann habe ich   das Konzept dahinter begriffen, nämlich dadurch extrem flexibel und individuell auf die   Kundenbedürfnisse einzugehen – unterstützt durch die Technik.

Die Idee dahinter

Einfach nur Bilder von Packungen auf einem großen TFT-Bildschirm anzuzeigen, ist eindeutig zu   wenig, daher wird durch die virtuelle Sichtwahl Folgendes ermöglicht: Über ein Auswahlfeld (das   durch eine Wischbewegung am Bildschirm aktiviert wird), lassen sich bis zu 18 individuelle Themen-  Regale anwählen, auf denen dann die virtuell eingeräumten Produkte auf Regalböden platziert sind.

Der Anwendungsfall:

Ein Kunde steht an der Tara mit dem Wunsch, etwas gegen Erkältung zu   erhalten – ein Wisch und man ruft das Regal mit den Erkältungsprodukten auf: Hustensaft,   Nasenspray, Brusttee und eine Erkältungssalbe. Man präsentiert ihm diese am Bildschirm, tippt auf   die passenden Produkte, zeigt die Preise, bietet die verschiedenen Packungsgrößen an… und per   Touch am Bildschirm lagert der Kommissionierautomat das Produkt aus! Der nächste Kunde hat   Kopfschmerzen: Man ruft das Regal „Schmerz“ auf und ist schon wieder mitten im in der   Produktauswahl

20140921_113845Die Vorteile

Natürlich sind damit noch viele weitere Vorteile verbunden: kein Nachräumen der Regale, rasche   Änderung der Belegung durch ein Webtool auf Knopfdruck, in der neuen Version sogar eine   wetterabhängige (!) Neubelegung der Regale (Wer braucht schon ein Sonnenschutzregal, wenn es   regnet?), automatische Preisanzeige, Anzeige der Packungsgrößen, von Sonderangeboten und   natürlich auch eine Erweiterung der digitalen Anzeige um Produktvideos, Beratungstipps und   Hinweise, sowohl für den Kunden zur Ansicht als auch für den Apotheker als Beratungsunterstützung   und Anregungen für Zusatzempfehlungen!

Unbeschränkte Möglichkeiten

Durch die unbeschränkte Anzahl an Regalen lassen sich somit Produkte an die Tara bringen, die sonst   vielleicht weit weg oder sehr verstreut in der Apotheke liegen. Man bleibt damit am Kunden und   nutzt die Zeit zur Beratung. Abgesehen davon sorgt ein leuchtender Bildschirm auch für mehr   Aufmerksamkeit beim Kunden, besonders dann, wenn sich dort etwas bewegt oder der Apotheker   mit ihm interagieren kann. Interessant ist durchaus auch das Konzept, diese Bildschirme in der   Freiwahl einzusetzen und dem Kunden die Möglichkeit zu geben, seine eigenen Finger einzusetzen.   Und weitere Ideen tun sich auf: Touch-Tische zur Wahl eines großen Produktsortimentes, das dann   an der Tara mit der fachkundigen Beratung des Apothekers besprochen und ausgehändigt wird.   Man sieht, viele Möglichkeiten stehen dieser Technologie offen, die Datenbasis ist im Aufbau und   innovative Ideen unterstützen die „Bedienung“ unserer Kunden.

Selbstbedienung ist out,   technikunterstütze persönliche Bedienung ist in!

Wer sich die virtuelle Sichtwahl lieve ansehen will: Ich ladeSie gerne in die Linden-Apotheke in Wien   ein.