Auf der sicheren Seite

Arzneimittel im Internet zu kaufen mag schon ein verlockende Sache sein, wenn man jedoch sich etwas dem Thema beschäftigt, kommt man drauf, wieviel Kriminalität dahintersteckt. Mit fake medicines wird im Vergleich zum Drogenhandel viel mehr Geld verdient, die Pillen werden unter schrecklichsten Bedingungen zusammengemischt und gepresst – mit Zutaten, die nichts mit Arzneistoffen zu tun haben, ob Wirkstoff und welcher enthalten ist, weiss niemand, die Füllstoffe sind auch irgendwelcher Dreck, Rattengift, Kot und Straßenbelag wurden nach chemischen Analysen gefunden.levitra_schachtel1 Die Pillen, die natürlich den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen, werden dann wunderschön verpackt, entweder werden neue Packungen designt oder es werden die Originalpackungen perfekt nachgebildet – es gibt sogar einen Markt für grafische Vorlagen von Originalpackungen!

Ein Blick in die Labors der Fälscher ist in diesem Video der Interpol zu sehen:

http://www.interpol.int/News-and-media/Videos/%28video_id%29/28628

Die gefälschten Pillen werden dann über sehr professionell gestaltete Webseiten vertrieben, strotzen nur so vor Gütesiegeln, Hotline mit „Beratung“ und  positiven Bewertungen. In den USA vermutet man 30.000 bis 50.000 Online-Shops, die Fälschungen vertreiben, die Anbieter sind natürlich nicht zu fassen.

Das EU-weite Sicherheitslogo, das auf den Webseiten von seriösen, legalen Versendern integriert werden soll und verlinkt mit den Behördenwebseiten des Landes ist, bringt also rein gar nichts – denn dies wird natürlich auch sofort von den illegalen Versendern verwendet und verlinkt mit kopierten, gefakeden2015-06-07_15h01_52 Behördenwebseiten – das ist eine Sache von ein paar Minuten, eine Webseite zu kopieren, ein paar Einträge zu ergänzen und online zustellen. Wenn es selbst ich in 5 Minuten schaffe, wird das für die Fälscher kein Problem sein –  hier mal so einfach ausprobiert: http://www.lindenapo.info/ages/versandapo.html

Das EU-Logo bringt also NULL!

Der neueste Clou: auf den Fake-Webseiten wird auf Fälschungen aufmerksam gemacht mit dem Hinweis, dass über eine Überprüfung der Seriennummer der Packungen die Echtheit geprüft werden kann – also genau das, was die EU sich nun vorstellt für die Serialisierung aller Arzneimittelpackungen! Nun die Crux: die Fälscher bieten auf ihren Webseiten ebenfalls eine Überprüfung der Nummer an – nur ist diese halt auch gefaked!!

Der Versand erfolgt dann in Luftpolsterkuverts, oft sind die Blister lose enthalten, schauen aber den Originalen zum Verwechseln ähnlich – ich habe einmal ein gefälschtes Viagra und ein Original den Vertretern des Herstellers Pfizer gezeigt und gefragt, ob sie es unterscheiden können – natürlich nicht!

Als Wirkstoffe werden oft auch andere Substanzen beigemengt, z.B bei Anabolika: Testosteronähnliche Substanzen, die massive Nebenwirkungen auslösen (Impotenz, Gynäkomastie, Akne, usw…)

Und es geht sogar noch mehr Täuschung: als Absender auf den Fakes werden ECHTE Apotheken abgedruckt, die einfach aus dem Telefonbuch wahllos herausgegriffen wurden, um den Anschein eines „seriösen“ Versandes zu verstärken!

Fazit: Arzneimittel im Internet zu bestellen ist HOCH-RISIKO: die Fälscher arbeiten mit allen Tricks, die Webseiten schauen super seriös aus, die Arzneimittel sind äußerlich detailliert nachgebaut, drinnen ist aber „im Besten Fall nichts“, im schlimmsten Fall Gift und gefährliche Substanzen – wer will das freiwillig schlucken?!

Daher also: LASS DICH NICHT VERARSCHEN – Arzneimittel nur aus der Apotheke vor Ort oder bei APOdirekt vorreservieren!

Der Preis kann es ja auch nicht sein, die gefälschten Pillen sind oft schon viel teurer als Original aus der Apotheke, z.B. Sildenafil-Tabletten gibt es in der Apotheke schon ab € 5 für 4 Stück – die gefälschten im Versand kosten ab 20-30 €!

Mehr info zu gefälschten Medikamenten sind auf der Webseite der Kampagne der Apothekerkammer zu finden: http://www.auf-der-sicheren-seite.at/

oder auf Facebook in der Kampagne Fakes don’t care: https://www.facebook.com/fakesdontcare?ref=bookmarks

Hier das Video zur Kampagne:

 

Eine große Kampagne in den USA, bei der sich auch Facebook, Google uvm. beteiligen ist hier zu finden: http://safemedsonline.org/

Dort gibt es auch eine Reihe von selbstproduzierten Videos, die das Thema schön ansprechen:

Mir gefällt dieses hier besonders: