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	<title>aus der apotheke &#187; Hefe</title>
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		<title>Hefen: Vielseitige Einzeller</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 07:42:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apotheker</dc:creator>
				<category><![CDATA[wissen vom apotheker]]></category>
		<category><![CDATA[Hefe]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie produzieren Brot, Bier und Wein, erzeugen aber auch Medikamente und sch&#252;tzen zudem unsere Darmflora
Ob unsere Vorfahren zuerst Brot a&#223;en oder Bier tranken, l&#228;sst sich nicht mehr herausfinden. Die Spuren verlieren sich im Dunkel der Fr&#252;hgeschichte. Arch&#228;ologen gehen davon aus, dass die Sumerer bereits vor 8000 Jahren Getreide zu einer Art Bier verarbeiteten. Und eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie produzieren Brot, Bier und Wein, erzeugen aber auch Medikamente und sch&#252;tzen zudem unsere Darmflora</p>
<p><img height="200" alt="25071505" src="http://www.aus-der-apotheke.info/wp-content/uploads/2008/11/25071505.jpg" width="170" align="left" />Ob unsere Vorfahren zuerst Brot a&#223;en oder Bier tranken, l&#228;sst sich nicht mehr herausfinden. Die Spuren verlieren sich im Dunkel der Fr&#252;hgeschichte. Arch&#228;ologen gehen davon aus, dass die Sumerer bereits vor 8000 Jahren Getreide zu einer Art Bier verarbeiteten. Und eine mehr als 4400 Jahre alte Steintafel aus &#196;gypten zeigt Menschen beim Brotbacken und Bierbrauen.</p>
<p><span id="more-153"></span>
<p>&#196;gyptische Bierbrauer</p>
<p>Nicht zuf&#228;llig sind beide T&#228;tigkeiten in denselben Stein gemei&#223;elt. Die &#228;gyptischen B&#228;cker gewannen Bier, indem sie Teigreste zusammen mit Wasser verg&#228;ren lie&#223;en. Umgekehrt wurde ihr Brot luftiger, wenn sie den Teig vor dem Backen mit einem Schuss Bier versetzten. Beide Male war ein mikroskopisch kleiner Pilz am Werk, den wir heute als Saccharomyces cerevisiae kennen.</p>
<p>Der lateinische Name beschreibt in sehr verk&#252;rzter Form, wie Bier entsteht: Der Pilz (myces) ern&#228;hrt sich von Zucker (saccharum) im Getreide und produziert dabei Bier (cerevisia). Allerdings k&#246;nnen Hefen die Kohlenhydrate aus den K&#246;rnern nur schlecht verwerten. Das Getreide – vorwiegend Gerste – muss daher erst durch Einweichen, Keimen und Darren (Trocknen mit Hei&#223;luft) „verm&#228;lzt“ werden. Das Malz enth&#228;lt Eiwei&#223;e, die Getreidest&#228;rke zu Malzzucker abbauen, dem geeigneten N&#228;hrstoff f&#252;r die Bierhefe. Den Zucker von Fr&#252;chten hingegen kann Saccharomyces cerevisiae direkt f&#252;r sich nutzen – und so aus Beeren und Trauben Wein werden lassen.</p>
<p>Aus Zucker wird Alkohol</p>
<p>Die Hefen verwandeln Gerstensaft zu Bier und Traubenmost zu Wein, indem sie Zucker zu Alkohol verg&#228;ren. Das dauert bei Bier vier bis sieben Tage, bei Wein ein bis vier Wochen. „Biere erreichen dabei einen Alkoholgehalt von 4,5 bis 6 Prozent, manche Starkbiere auch bis zu zw&#246;lf Prozent Alkohol“, sagt Professor Manfred Gro&#223;mann, Leiter der Forschungsanstalt Geisenheim. Dieses Institut erforscht den Anbau und die Herstellung von Wein. Wei&#223;wein kommt auf bis zu 13 Prozent und Rotwein auf bis zu 14,5 Prozent Alkohol. Viel h&#246;here Werte lassen sich nicht erreichen, weil sich die Pilze damit schon ihrer nat&#252;rlichen Grenze n&#228;hern. „Die Hefen beginnen dann abzusterben“, erkl&#228;rt Gro&#223;mann.</p>
<a href="http://www.apothekenbote.at/gesund-und-vital/fuer-die-haut/p829_hafesan-hefe-370-mg-kapseln-75-stueck.html"><img src="http://www.apothekenbote.at/images/product_images/info_images/829_0.jpg" title="Hefekapseln bei apothekenbote.at"></a>
<p>Beim G&#228;ren setzt der „Zuckerpilz“ auch Kohlendioxid frei. Das machen sich B&#228;cker zunutze. Das Gas bildet kleine Bl&#228;schen, die im Teig gefangen bleiben und ihn aufbl&#228;hen. Durch die Hitze im Ofen dehnen sich die Bl&#228;schen noch weiter aus, und so verwandelt sich ein Teigklumpen in kurzer Zeit in ein lockeres Brot. W&#228;hrend der Teig „geht“, bilden die Hefen zudem Alkohol, der jedoch im Ofen aus dem Geb&#228;ck verdampft.</p>
<p>Auch Sekthersteller nutzen das Kohlendioxid, das beim G&#228;ren entsteht. Denn erst das Gas l&#228;sst den Schaumwein auf der Zunge prickeln. In die Flasche gelangt es durch einen Trick: Wenn der Traubenmost bereits vergoren ist, bekommen die Hefen noch eine Extraportion Zucker. Dann wird der G&#228;rbeh&#228;lter oder – bei Flascheng&#228;rung – die Flasche luftdicht verschlossen. Das neu gebildete Gas bleibt somit im G&#228;rtank oder in der Flasche.</p>
<p>Robuste Sekthefen</p>
<p>Bei so vielen verschiedenen Produkten ist es verst&#228;ndlich, dass Saccharomyces cerevisiae im Deutschen viele Namen tr&#228;gt: Back-, Bier-, Wein- und Sekthefe sind nur einige davon. Die verschiedenen Hefen besitzen unterschiedliche Eigenschaften. „Sekthefen sind am robustesten“, sagt Gro&#223;mann. Sie m&#252;ssen nicht nur zw&#246;lf Prozent Alkohol, sondern auch bis zu sechs Atmosph&#228;ren Druck aushalten.</p>
<p>Die meisten Brauhefen schaffen das nicht und eignen sich daher nicht zur Weinherstellung. „Bierhefen machen schlapp, bevor sie den Zucker vergoren haben“, f&#228;hrt der Weinexperte fort. Bei Backhefe wiederum kommt es auf die Triebkraft an. „Nat&#252;rlich l&#228;sst sich auch mit Weinhefen ein Kuchen backen“, sagt Gro&#223;mann. „Doch der braucht drei bis vier Mal so lange.“</p>
<p>Bierbrauer, Winzer und B&#228;cker verwenden daher ihre eigenen Hefen. Heute k&#246;nnen sie auf eine gro&#223;e Auswahl gez&#252;chteter St&#228;mme zur&#252;ckgreifen. Mehr als 200 Weinhefen sind zum Beispiel in Deutschland im Handel. Da Hefen den Geschmack beeinflussen, ist auch in dieser Beziehung Vielfalt garantiert. Neben Saccharomyces cerevisiae nutzen wir &#252;brigens noch andere Hefearten. Das Getr&#228;nk Kefir etwa entsteht, indem der Hefepilz Candida utilis zusammen mit Bakterien Milch verg&#228;rt.</p>
<p>Auch in der Medizin verwendet</p>
<p>Hefen bringen nicht nur Backwaren und alkoholische Getr&#228;nke hervor, sie arbeiten auch f&#252;r unsere Gesundheit. So wird Saccharomyces boulardii bei Durchfallerkrankungen eingesetzt. Der Hefepilz ist nach Henri Boulard benannt, der ihn 1923 in S&#252;dostasien aus den Schalen von Mangostan- und Litschifr&#252;chten isolierte. Der franz&#246;sische Pilzforscher hatte beobachtet, dass die Einheimischen die Schalen essen, um Durchfall zu heilen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Hefe tats&#228;chlich wirkt. „Sie eignet sich am ehesten zur vorbeugenden Behandlung von Durchfall“, sagt Professor Michael Radke, Chefarzt am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. „Die besten Belege gibt es f&#252;r Reisediarrh&#246; und Durchfall, der durch Antibiotika verursacht wird.“ Die Heilhefe ist rezeptfrei in Apotheken erh&#228;ltlich.</p>
<p>Hefepilze helfen auch noch auf andere Weise: Forscher haben sie darauf getrimmt, Arzneimittel herzustellen. „In Europa sind 29 pharmazeutische Produkte zugelassen, die von Hefen gebildet werden“, sagt Professor Theodor Dingermann, Leiter des Instituts f&#252;r pharmazeutische Biologie an der Universit&#228;t Frankfurt/Main. Dazu z&#228;hlen beispielsweise Insulin, Blutgerinnungshemmer und Impfstoffe gegen Hepatitis B. Die unscheinbaren Pilze verhelfen uns also nicht nur zu leiblichen Gen&#252;ssen, sondern auch zu wertvollen Medikamenten.</p>
<p>07.11.08, Apotheken Umschau, Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/BrandXPictures</p>
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